Mein eigener Weg der Trauer und des Sterbens
“ Dein eigener Trauer- und Sterbeprozess verlangt von dir kompromisslose Ehrlichkeit, dir selbst gegenüber, nicht oberflächlich, sondern in der Tiefe, in dir. Du kannst nicht nur ein bisschen trauern und ein bisschen sterben. Du darfst die Trauer fühlen, bis in die letzte Faser deines Körpers, deines Seins und manchmal ist es das Einzige, was dich wieder ein Stück näher zu dir selbst bringt. Auch die Identitätsanteile die in dir bei jeder Weiterentwicklung sterben, bringen immer wieder etwas Neues hervor. Es ist etwas Echteres, etwas Wahrhaftigeres, für das es wenig oder keine Worte benötigt. Es ist die wahrhaftige Tiefe in dir, die Klarheit bringt!“
Wenn ich meinen Prozess der Trauer und Sterbens in einem (langen) Satz beschreiben sollte dann so. Natürlich ist das die wirklich kürzeste Form den Weg zu beschreiben, den ich bis jetzt gegangen bin.
Ich möchte Dich aber gern ehrlich und stückchenweise mitnehmen und deswegen fang ich einfach jetzt hier an.
In den letzten Jahren ist in meinem Leben wirklich so einiges passiert und ich weiß, meistens sieht es so aus als ob alles bei mir glatt läuft. Ich würde sagen, ich war eine Meisterin darin meine Gefühle, wie es mir wirklich geht und meine wirklichen Bedürfnisse, gut zu verstecken. Irgendwann kamen Momente auf mich zu, da konnte ich mich nicht mehr verstecken. Damals war es für mich eine Katastrophe, heute weiß ich es war ein riesen Geschenk meiner Seele, die einfach nur gesagt hat: “ Hey, also hier ist (d)eine Sackgasse liebe Sandra.“

Ich verstand die erste Zeit gar nichts mehr. Mich nicht, die Welt nicht und das Neue, in Form von Verstorbenen, Engeln und geistigen Wesen, was auf mich zukam, wollte ich erst recht nicht verstehen, denn es war etwas Unsichtbares was ich nicht sehen und verstehen konnte – nur fühlen und wahrnehmen. Es war außerhalb meiner Kontrolle (ich liebte die Kontrolle wirklich sehr) und deswegen machten mir diese Veränderungen erst einmal Angst. Jahrelang hab ich mir nicht erlaubt zu fühlen und jetzt sollte ich das tun, einfach so ohne das eine Konsequenz folgte. Damals war das für mich als Mensch unvorstellbar.
Das Leben, meine Seele gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass sich etwas in mir verändern musste und auch sollte. Ich war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal ansatzweise bewusst darüber, was das bedeutete.
Ich glaube, rückblickend gesehen, bin ich sehr lange vor meinen eigenen Gefühlen weggelaufen. Vor dem Gefühl der Trauer ganz besonders. Ich habe mir einfach nicht erlaubt traurig zu sein und dennoch ist mir jetzt bewusst, wie wichtig es ist auch die augenscheinlich „unangenehmen“ Gefühle zuzulassen. Ich weiß auch, dass es sehr herausfordernd sein kann diese zuzulassen. Ich durfte lernen nach Hilfe zu fragen, mir Unterstützung zu holen für die Momente wo mir alles zu viel war. Ich weiß gar nicht, wie oft ich auf meinem Weg verunsichert und von meinen Gefühlen total überwältigt war. Und dennoch brachte mich das Leben in Situationen, wo es mir nur möglich war, mich diesen Gefühlen hinzugeben, sie zu fühlen und anzunehmen was gerade ist. Als Mensch der immer alles kontrollieren, gefallen und fröhlich sein wollte, war das meine absolute Herausforderung.
Du lernst nur wahrhaftig, wenn du die Welt in deinem Herzen fühlst
Sandra Nimz
mit allem was im jetzigem Moment da sein möchte.
Jetzt gerade bemerke ich während des Schreibens dieses Artikels, was für eine großes Geschenk es ist, diese Erfahrungen gemacht zu haben auch wenn sie in diesen Momenten herausfordernd oder „schmerzhaft“ waren. Sie haben mich wachsen lassen, mir geholfen alte nicht mehr dienliche Muster hinter mir zulassen und meinen Blick auf das Unsichtbare, Verborgene was mit unserem Verstand nicht greifbar ist, zu erweitern. Jedes Loslassen hat mich wieder eine Stück näher zu meiner eigenen Wahrheit gebracht, zu mir selbst, zu dem was ich will und mir wichtig ist. Meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zuzulassen.

Das Leben ist ein Zyklus, der Geburt, Leben und Sterben vereint und ja auch wenn wir uns im Laufe unseres Lebens verändern, neue Erfahrungen machen, etwas Neues in uns hervorbringen, dürfen wir uns auch immer erlauben das ein alter Anteil in uns sterben will und natürlich auch betrauert werden möchte. Wir dürfen uns Raum geben und alles da sein lassen, was gefühlt werden möchte. Es ist wichtig in diesem Moment liebevoll mit dir selbst zu sein, hör auf funktionieren zu wollen oder stark sein zu wollen.
In diesem Moment braucht es einfach nur Ehrlichkeit mit dir selbst, ein JA zu deinen Gefühlen und einen Raum der trägt.
Meine größte Herausforderung auf meinem Weg bis hierher war, zu akzeptieren, dass das Leben Veränderung ist und immer sein wird.
Sandra Nimz
Das ES etwas viel Größeres in uns gibt, dass sich mit unserem Verstand nicht erklären lässt.
Am Anfang meines Trauerprozesses traute ich mich selten nach Hilfe zu fragen, darüber sprechen konnte ich nur in Umgebungen, wo ich vertrauen hatte und mich so angenommen fühlte, wie ich bin, mit allem was ich bin. Ich konnte vieles mit dem Verstand kaum greifen und dennoch spürte ich, dass ich diesen Weg gehen sollte. Ich fing an die Dinge zu hinterfragen und begann damals eine Coachingausbildung, die einfach nur für mich und meine Entwicklung gedacht war, meinen Gefühlen näher zu kommen und mit der geistigen Welt, meinen Ahnen in Kontakt zu kommen.
Heute weiß ich, dass jede Ausbildung, jeder Mensch der mir begegnet ist, jeden Schritt den ich gegangen bin, mich wieder ein Stück näher zu mir selbst gebracht hat, zu meiner Seele. Und glaubt mir, ich bin (die alten Anteile in mir) dabei tausend mal gestorben, hab mich geschämt und dachte ganz lange das etwas mit mir nicht stimmt, wurde abgelehnt und war oft einsam. Heute weiß ich, dass ich gut so bin, wie ich bin mit allem was zu mir gehört.

Ich habe vieles durchlebt und losgelassen, nicht nur für mich sondern auch für meine Ahnen, für das Kollektiv, für alle die leise getrauert haben. Versteh mich richtig, wir alle sind auf einer höheren Bewusstseinsebene miteinander verbunden und stell dir nur eine einzige Sache vor – Wenn du dich traust, dir erlaubst deine Gefühle zuzulassen und sie annimmst, dann erlaubst du auch anderen Menschen das zu tun, es entsteht Heilung für jeden einzelnen von uns. Für deine Ahnenlinie beginnt Heilung, alte Muster werden durchbrochen, Glaubenssätze losgelassen und für mich das Wichtigste als Mama und Frau – Unsere Kinder dürfen freier leben, sich das Leben leichter gestalten und vor allem eine neue Art von Zusammensein und Familie kreieren.
Diese Reise hier auf der Erde wird dich wachsen lassen, deine Seele wachsen lassen. Du wirst lachen und weinen, stolpern und wieder aufstehen, neu anfangen, genießen und wieder loslassen. Auf diesem Weg, werde ab und an langsamer, atme und sei freundlich zu dir. Genieße die Natur und unterstütze die Menschen ehrlich, mit einem Lächeln, mit dem was du geben kannst. Du wirst sehen, so kann die Welt zu einen schöneren, friedlicheren Ort werden, für uns alle.
Übernimm Verantwortung für Dich und deine Gefühle und erkenne das Geschenk des Lebens auf der Erde!
In tiefer Verbundenheit für unseren gemeinsamen Weg!
