Die Begleitung sterbender Menschen mit der geistigen Welt
Menschen, die mir begegnen fragen mich ganz oft – Hey Sandra, wie machst du das in deinen Begleitungen? Wie unterstützt du die Menschen? Was passiert mit den Menschen?
In einem Satz würde ich es so ausdrücken: Ich begleite mit meiner Präsenz, nehme urteils- und wertfrei wahr, was gerade da ist und vertraue meiner Intuition, die mich leitet. Die rein weltlichen Aspekte in meinen Begleitungen kann ich gut in Worte fassen, z.B. ein Buch vorlesen, einfach für den Menschen da sein und den Raum halten, damit Gefühle fließen können. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass oft weniger Worte und mehr präsente Begleitung da ist.
Viele meiner Begleitungen sind sehr intuitiv, d.h. meine Wahrnehmung liegt auf dem, was gerade da ist. Ganz oft sind auch die Angehörigen und Familienmitglieder mit da. Sie haben Fragen oder wollen einfach nur wissen, ob ihre Liebsten in guten Händen sind. Und manchmal ist es auch ein leises Aufatmen, wieder etwas Zeit für sich selbst zu haben. Wichtig für dich zu wissen ist, dass in den Begleitungen die geistige Welt immer da ist.
Und hier geht es weniger um das Verstehen, sondern mehr um das Wahrnehmen und Fühlen. Menschen, egal ob alt oder jung, erleben den Weg des Sterbens sehr unterschiedlich. Einen festen „Fahrplan“ gibt es nicht. Was es gibt sind Vorurteile, Ängste und Wissen, was jetzt gerade nicht mehr trägt. Deswegen möchte ich dich einfach heute mitnehmen, in eine Begleitung einer älteren Dame im Pflegeheim auf ihrem Weg des Sterbens, den Erlebnissen und Erfahrungen, die wir beide machen durften.

Unser erstes Zusammentreffen war an einem sehr sonnigen Tag, ihre Tochter war mit da und als ich ankam, gab es gerade Kuchen. Sie liebte Erdbeerkuchen. Ich möchte noch kurz erwähnen, dass viele Menschen in meinen Begleitungen sind, die entweder nicht sprechen oder nicht hören können. Manchmal ist es ein Geschenk, denn Worte überdecken sehr viel und die wahre Essenz, die zum Vorschein kommen will, bleibt verborgen.
Und so war es auch in dieser Begleitung. Das Sprechen fiel ihr schwer, nur sehr wenige Worte drangen aus ihrem Mund und die Beweglichkeit war auf ihr Bett beschränkt. Die meisten Worte, wechselte ich bei diesem ersten Kennenlernen mit ihrer Tochter. Alles fühlte sich sehr stimmig an und so war der erste Schritt für einen gemeinsame Weg geebnet.
Ich besuchte die Dame einmal in der Woche und ich glaube, bis sie verstarb, vergingen 9 Wochen. In dieser Zeit bewegte sich so viel – emotional, körperlich und natürlich auch in der Familie der Frau. Unverarbeitete Erlebnisse, die lange verschüttet waren, traten hervor. Gefühle, die nicht gefühlt werden wollten oder konnten, traten hervor und es flossen Tränen, die nie geweint wurden.
Wusstest du, das Tränen eine heilende Wirkung haben. Sie sind ein Ausdruck deiner Seele, des Loslassens und schaffen Erleichterung.
Vielleicht fragst du dich jetzt gerade, welche Bedeutung Reiki und die Verstorbenen in den Begleitungen haben? Nun, es ist gut zu wissen, dass ich für die Reikienergie und die Verstorbenen Seelen nur als Kanal diene d.h. eine Art „Übersetzer“ zwischen den Welten. Versteh mich richtig, der freie Wille eines jeden Lebewesens steht an allererster Stelle und die Energie fließt nur, wenn auf der Seelenebene ein klares JA da ist. Auch für die Botschaften der Verstorbenen diene ich nur als Kanal. Ich nehme wahr, wer gerade da ist. Manchmal bekomme ich Impulse z.B. die Lieblingsblume des Menschen den ich begleite, ein Bild, ein Lieblingsbuch, ein Lieblingsessen und ganz oft ist es einfach nur eine Energie, die durch mich zu dir fließt.

Ich bemerkte mit jedem Besuch in dieser Begleitung ein Stückchen mehr loslassen, ein Stückchen mehr Akzeptanz und ein Stückchen mehr Frieden. Ich las ganz oft einfach nur Liebesgeschichten vor und nahm wahr, dass die Worte beim Vorlesen, vor allem die Energie der Worte, pure Heilung brachten. Worte sind kraftvoll, unabhängig davon ob sie gesprochen werden oder nicht. ES gab Momente in denen ich einfach nur da saß und den Raum für die Familie hielt oder offene Fragen beantwortete. Manchmal half ich ihr beim Essen und Trinken und ja wir haben auch zusammen gelacht. Es gehört einfach alles dazu!
Zum Ende dieser Begleitung wurde es stiller, friedlicher und ich spürte das es jetzt für mich an der Zeit war zu gehen.
Stille, unsere eigene innere Stille, ist in einer Sterbebegleitung das größte Geschenk was wir einem anderem Menschen machen können.
Sandra Nimz
Was ich dir gerne noch als kleinen Impuls mitgeben möchte und ich auch in meinen Begleitungen wahrnehme – Für außenstehende Menschen kann es so aussehen, als ob Menschen in einem Sterbeprozess halluzinieren, sie sprechen vor sich hin und wirken abwesend, doch das sind sie nicht. Es sind geistige Wesen, wie Engel & Verstorbene die da sind und den Weg vom Diesseits ins Jenseits begleiten.
Vielleicht setzt du dich einfach ganz still hin und hältst die Hand deiner Lieben, ganz ohne Worte, ganz ohne Wertung, ganz ohne Urteil, ohne irgendetwas tun zu wollen – und dann nimm einfach nur wahr was wirklich da ist!
Bei dir, im Raum und bei deinen Liebsten!
In tiefer Verbundenheit für unseren gemeinsamen Weg!
